Erläuterung
Die Sandsteinfliese des Jung Rörd Jung Früdden
ist in ihrer Art hier einmalig. Die Bohrung macht
deutlich, daß sie wie die wesentlich kleineren
und dünneren Rotsandsteinfliesen abgestützt
werden mußte.
Jung Rörd war für drei Jahre Commandeur
eines Walfangschiffes, danach befehligte er als
Capitän zwanzig Jahre lang ein Handelschiff.
Ihm verdankt die St. Laurentii-Kirche das große
Marmor-Taufbecken, das heute noch im Vorraum der
Kirche steht. Es trägt die lnschrift:"R.F.
1752". J.Rörd J. Früdden hat dieses
Taufbecken aus Livorno mitgebracht und 1754 der
Gemeinde geschenkt. Im Kirchenbuch steht dazu
folgender Eintrag: " Anno 1754 ist das marmorne
Taufbecken von Kapitän J. Rörd J. Früdden
aus Klintum, Gott zur ehre und der Kirche zur
Zierde geschenkt worden, den 1. Juny aufgerichtet
und den 3. Juny am Pfingstmontage das erste Kind
darin getauft worden." Die alte romanische
Granittaufe, die weiß angestrichen worden
war, stand bis 1954 im Vorraum der Kirche. Die
Abkürzung R.F. scheint zunächst verwirrend,
denn es müsste ja j.R.J.F. als Abkürzung
vorhanden sein. Dies kommt daher, dass sich die
Föhrer Seefahre im Auslande gerne verständlichere
Namen gegeben haben, die Sie teilweise später
übernommen oder aber wieder verworfen haben.
Jung Rörd Jung Früdden nannte sich in
der Ferne Ribertus Frercks (das wissen wir erst
seit 1999 durch Albert Panten, der eine Schrift
von Pastor Phillip Quedensen aus dem Jahr 1754
aufgearbeitet hat). Aus diesem Grund verwandt
er diese Initialen bei dem Taufbecken.
|