Erläuterung
Im 7. und 8. Jahrhundert n. Chr. wanderten friesische
Siedler aus der ost- und westfriesischen Region
in den damals fast unbewohnten Raum der heutigen
Nordfriesischen Inseln und brachten ihre Sprache
mit. Friesisch ist kein deutscher oder dänischer
Dialekt, sondern eine eigenständige Sprache.
Es gehört wie das Englische zur westgermanischen
Sprachgruppe. Auf der Insel Föhr, die eine
Hochburg der friesischen Sprache ist, pflegen
noch 1.700 Einwohner das Fering (Föhring)
als Muttersprache. Im Kirchspiel St. Laurentii
ist es weder dem Plattdeutschen noch dem Hochdeutschen
gelungen, das Föhring in seinem Bestand zu
gefährden. Die friesische Sprache war hier
nie Amts- oder Kirchensprache, sie hatte ihren
Platz im alltäglichen Umgang miteinander.
Zur Grabsteinbeschriftung wurden nur die sog.
gehobenen Sprachen verwandt. Mit Beginn dieses
Jahrhunderts begann eine Neubesinnung, man entdeckte
den Reichtum und die Schönheit der Muttersprache.
Im Jahre 1933 wurde in St. Laurentii der erste
friesische Spruch in den Grabstein eines Föhringers,
der in New York verstarb, auf unserem Friedhof
aber seine letzte Ruhe fand, geschlagen.
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