Erläuterung
Diese wunderschöne Barockstele wurde Elen
Flohr von ihren Kindern Martin und Marret gesetzt.
Über dem Grabsteintext befindet sich ein
Kreisrelief, das die Verstorbene vor Jesus, ihrem
Richter und Erlöser zugleich, kniend zeigt.
Vom Munde Jesu führt ein Band mit unlesbar
gewordener Inschrift zur Verstorbenen hin. Links
von den beiden erkennt man den mit Heiligenstrahlen
bedachten Moses, der die Gesetzestafeln hält
und einen bocksbeinigen Teufel mit einem aufgeschlagenen
Buch, aus dem er die dort verzeichneten Sünden
der Verstorbenen vorliest. Von rechts her schwingt
der Tod seine Sense auf die Kniende zu. Die Umschrift
in Versalien vertieft die symbolhafte Aussage
des Reliefs. WAS KANN GESETZ, TODT, TEUFEL SCHADEN
JESU NIMMT MICH AN IN GNADEN. Das untere Spruchband
"Die Hoffnung und Liebe zum Himmel uns triebe"
wird illustriert durch zwei Doppelmedaillons.
Sie zeigen die Allegorien der Hoffnung und der
Liebe in ihrer irdischen Begrenztheit (unten)
und ihrer himmlischen Vollendung (oben). Am Fuße
der Stele: G.S.l.S.G. - Gott sei ihrer Seele gnädig.
Elen Flohr war nur 15 Jahre mit dem Commandeur
Johan Flohr verheiratet. Sie überlebte ihren
Mann um 51 Jahre. Von 1685 bis 1697 war Elen Flohr
Juratin: eine Seltenheit in der damaligen Männergesellschaft.
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