Erläuterung
Jacobs Familie war so verarmt, daß der
Junge, der damals Jap Ketels hieß, bereits
im Alter von 10 Jahren zur See fahren mußte.
Schon bald "verfeinerte" er, wie die
meisten Föhringer Seefahrer seinen Namen
und ließ sich sogar im Kirchenbuch von St.
Laurentii offiziell in Jacob Ketelsen umbenennen.
Er fuhr für eine Kopenhagener Reederei im
Grönlandhandel. Dies war eine Gesellschaft
mit Sitz in Kopenhagen, der der dänische
König 1774 das Handelsmonopol mit den dänischen
Kolonien auf Grönland und Spitzbergen übertragen
hatte. Die Aufgabe der Schiffe bestand darin,
die Niederlassungen zu versorgen und die dort
gewonnen Landesprodukte nach Kopenhagen zu bringen.
Nach 30 Jahren Seefahrt kehrte er auf seine Heimatinsel
zurück und wurde "betriebsamer Landwirt".
Aufgrund seines Ansehens übertrug man ihm
die gewichtigen Ämter eines Kirchenjuraten,
Schulpatrons und Gangfersmannes. Im Rundbogen
der Stele erkennt man einen sorgfältig vertäuten
und abgetakelten Dreimaster. Der Danebrog am Kreuzmast
macht uns bewußt, daß Westerlandföhr
und Amrum von 1231 bis 1864 zum Königreich
Dänemark gehörten. Viele Föhringer,
vor allem die im Westen der Insel, fühlten
sich dem dänischen Königshaus verbunden.
Bestrebungen, dänisch als Amtssprache einzuführen,
stießen allerdings auf einhellige Ablehnung.
Die Föhringer fühlten sich stets dem
deutschen Kulturkreis zugehörig. So findet
man bis auf etliche Danebrogs an den Schiffsdarstellungen
auf den Friedhöfen Föhrs kein Denkmal
mit dänischem Text.
|